Pula als wichtigster Hafen der k.u.k.-Marine war mir zwar ein Begriff, aber erst eine Doku im Fernsehen über den Untergang der SMS Szent István weckte in mir den Wunsch, diesen Friedhof auch einmal zu besichtigen. Der geplante Urlaub in Pula musste deshalb auch die Möglichkeit bieten, ohne großen Aufwand auf diesen Friedhof zu gehen. Um es vorweg zu nehmen: die Gräber der besagten Besatzung habe ich nicht gefunden.

Wieviel Menschen dort wohl ihre letzte Ruhe gefunden haben mögen? Die Marine des Vielvölkerstaates war sicherlich überschaubar und wer heil aus allen Gefahren wieder nach Hause kam, der fand seine letzte Ruhestätte wohl eher bei seiner Familie in der Heimat. Also ein kleiner Friedhof? Wenn man aber dem Internet glauben darf, so sind dort auf dem 1862 errichteten Friedhof mit nunmehr 22.000 qm ca. 150.000 Kriegstote begraben. Ich zitiere die Website der Stadt Pula: "Hier wurden 12 österreichisch-ungarische Admirale  und ein türkischer Admiral beigesetzt, außerdem etwa dreihundert italienische und deutsche Soldaten, die Opfer vom Schiff „Baron Gautsch“ und die Kriegsschiffbesatzungen von „Szent Istvan“ und „Viribus Unitis“ ". Man findet dort - soweit man die teilweise schon verwitterten Grabstein entziffern kann - auch Angehörige des Marinepersonals wie Kinder oder Witwen, also nicht nur reine Seemänner. Trotzdem blieb die große Zahl von 150.000 Toten auch weiterhin überraschend. Ich konnte diese Frage auch bisher für mich nicht eindeutig beantworten, da ich in der kurzen Zeit auch keine entsprechende Dokumentation finden konnte. Auf dem Marinefriedhof sind auch Gefallene des Zweiten Weltkrieges bestattet. Sie ruhen entlang der äußeren Friedhofsmauer. Alle stumme Zeugen des letzten kriegerischen Wahnsinns.

Alle Bilder von Oliver Stelmaszyk (wären qualitativ wohl besser geworden, wenn meine Kamera nicht gestreikt hätte und ich nicht zum Smartphone hätte greifen müssen).

 

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