Wer in Pula oder Umgebung Urlaub macht, kommt an Fort Verudella kaum vorbei. Man hat dort 2002 Jahren ein sehr interessantes Aquarium untergebracht, das über Fische und Schildkröten im Mittelmeerraum und den Tropen informiert. Ein richtiger Touristenmagnet, besonders für die Kleineren, zumal das Aquarium in unmittelbarer Nähe zu einem der beliebtesten Strände liegt. Eine clevere Art, die Festung einer neuen Bestimmung zuzuführen und gleichzeitig auch für ihren Erhalt zu sorgen.

Das Küstenfort selbst war Teil der umfangreichen Verteidigungsanlagen im südlichen Teil Istriens. Es wurde zusammen mit der Batterie San Giovanni 1882 erbaut und bis 1886 bewaffnet. Die Hauptbewaffung bestand aus zwei 28cm-Minimalschartenkanonen L/35 in einem Panzerturm. Die Besatzung bestand aus 7 Offizieren und 218 Mannschaften. In unmittelbarer Nähe zum Fort wurden weitere Batterien sowie ein Munitionsdeport gebaut.

Ich zitiere aus dem Infoblatt:"Das Fort hat einen pentagonalen, nahezu symmetrischen Grundriss, bestehend aus einem aus Stein errichteten zweistöckigen Kasernenblock, teilweise in Fels gebaut und umfasst von einem Erdwerk. Die Kaserne ist errichtet aus Mauerwerk, vergleitet mit schön geschnittenen Steinen, Ziegeln an den Kasemattendecken, Beton und Stahlbeton. Der zentrale Punkt des Forts ist die Artillerieanlage, eine Panzerdrehkuppel, deren Fundament über beide Stockwerke reicht. Das Verdeck besteht aus Stahlbeton, bedeckt mit einer starken Erdschicht. Darauf befinden sich die Überreste der Beobachtungs- und Entfernungsmessgeräte, teils gepanzert, sowie Geschützstände aus dem Zweiten Weltkrieg, heute mit Büschen und Bäumen bewachsen. Parallel zur Hauptachse besteht hinter dem Kasernentrakt ein Hof, der mit einer Steinmauer umschlossen ist, die den Haupteingang mit seinem zweiflügeligen Tor und Schießscharten enthält. Der Haupteingang im Süden besteht aus einem einfachen Steinportal. Daneben befindet sich der Kehlkoffer für die Eingangsverteidigung. Rund um das Fort besteht ein tiefer Verteidigungsgraben mit 2 Flankenkoffern, die über Poternen im Fels mit dem nördlichen Teil der Kaserne verbunden sind. Der Kehlgraben im Bereich des Einganges wurde teilweise geschlossen und statt der ehemaligen Eingangsbrücke besteht nun ein betoniertes und teilweise asphaltiertes Plateau. Der ehemalige Garten vor dem Koffer ist kaum mehr zu sehen. Der Graben ist von einem Erdwerk umschlossen, das Glacis, welches seitlich und frontal höher gebaut wurde als an der Kehle. Daneben befindet sich noch eine Scheinwerferposition. Hinter der Kehlfront befinden sich noch versenkte Munitionsbunker, verbunden mit einer Straße zum Fort."

Fort Verudella ist wie viele andere Befestigungen gut erhalten und bietet einen interessanten Einblick in den Festungsbau dieser Epoche. Alle Bilder von Oliver Stelmaszyk.

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