Oliver Stelmaszyk: Boulton & Paul Defiant NF.II

Die Defiant geht zurück auf die Spezifikation F.9/35 des britischen Luftfahrtministeriums für ein zweisitziges Kampfflugzeug mit motorbetriebenen Schützenständen. Der erste Prototyp der Defiant machte seinen Erstflug am 11. August 1937. Es war ein freitragender Ganzmetall-Tiefdecker mit einem Rolls-Royce Merlin Motor. Charakteristisch war der große, schwere MG-Stand mit 4 MG auf dem Rumpfoberteil hinter dem Cockpit. Das Gewicht und der hohe Luftwiderstand des MG-Standes bedeuteten eine schwere Einschränkung für Geschwindigkeit und Manövrierbarkeit des Flugzeuges.

Im Dezember 1939 begang die Auslieferung an die ersten Einheiten. Nach anfänglichen Erfolge gegen die deutsche Luftwaffe jedoch wurde ihre Unterlegenheit erkannt und beschlossen, die Defiant stattdessen als Nachtjäger einzusetzen. Die NF.II war mit dem A.I. Mk.IV Radar ausgestattet. Antennen waren auf den beiden Rumpfseiten und an den Tragflächen angebracht.

Von MPM wurde vor einigen Jahren eine Reihe von Defiant-Modellen auf den Markt geworfen. Eine echte Bereicherung, da bis zu dieser Zeit in erster Linie auf den betagten Airfix-Bausatz zurückgegriffen werden musste. Der MPM-Bausatz der NF.II hatte als Extra einen kleinen Satz Fotoätzteile für die Antennen auf Flügelober- und unterseite. Das Anbringen der filigranen Antennen allerdings verlangte wahrhaft eine ruhige Hand. Der Bausatz ist von guter Qualität mit guter Gravur und kaum Grat. Das Cockpit ist gut detalliert, wovon man allerdings bei geschlossener Cockpithaube kaum mehr was sieht. Als echte Schwachstelle entpuppte sich der Einbau des MG-Standes. MG-Stand und Rumpfabdeckung passten irgendwie nicht zueinander, was leider auch bei dem fertigen Modell noch zu sehen war. Hätte ich im Internet vorher mal ordentlich recherchiert, wäre mir das bekannt gewesen und ich hätte frühzeitig darauf reagieren können. Ansonsten war der Zusammenbau recht unspektakulär.