Oliver Stelmaszyk: Flaktürme V Wien

In mehreren Großstädten des ehemaligen Großdeutschen Reiches wurden zur Abwehr feindlicher Bomber sogenannte Flaktürme errichtet. Im Grunde genommen jeweils Paare. Ein Flakturm - genannt Geschützturm - für die eigentlichen Flak-Geschütze und ein weiterer Turm - genannt Leitturm - für die Erfassung und Verfolgung der einfliegenden Feindverbände. Beide waren voneinander getrennt und nur durch eine Datenleitung miteinander verbunden. Zum Dienst verpflichtet in und auf diesen Flaktürmen wurden unter anderem auch Jugendliche und Frauen. Schutz boten sie zumindest einem kleinen Teil der Zivilbevölkerung.

In Wien kann man diese Flaktürme noch heute sehen bzw. teilweise besichtigen. Österreich galt nach dem Zweiten Weltkrieg als befreites und nicht als ein besiegtes Land und deshalb mussten im Gegensatz zu Deutschland diese Flaktürme nicht gesprengt werden. In dem Leitturm V befindet sich heute eine der Wiener Attraktionen: Das Haus des Meeres. Wenigstens hier hat man eine sehr gute Nachverwendung gefunden. Ganz oben auf der Besucherplattform, die nachträglich errichtet wurde, hat man nicht nur einen tollen Ausblick auf Wien. Man kann auch hinübersehen auf die andere Seite der Marierhilferstrasse, wo der Geschützturm steht. Dieser befindet sich heute auf einem militärischen Sperrgebiet und ist deshalb nicht zugänglich. In einem Krisenfall wird er die österreichischer Regierung aufnehmen.

In dem Haus des Meeres befindet sich ein kleines Museum, wo die Besucher einen Einblick in die Geschichte der Flaktürme bekommen können (Museumszeiten siehe Homepage des Haus des Meeres).